Heizen ist der größte Posten der Nebenkosten – und 2026 der unberechenbarste: Der Gaspreis liegt für Bestandskunden bei rund 11 bis 12 Cent je Kilowattstunde, Neukunden zahlen 9 bis 10, die Grundversorgung 13 bis 14; der CO₂-Preis wird 2026 erstmals versteigert (55 bis 65 € je Tonne) und macht etwa 1,2 Cent je kWh Gas aus; die Gasspeicherumlage ist seit Januar weg; und der Krieg im Nahen Osten hat die Großhandelspreise seit dem Frühjahr wieder nach oben gezogen. Dieser Beitrag zeigt, was eine 70- und eine 120-m²-Wohnung 2026 mit Gas, Öl, Fernwärme und Wärmepumpe kosten, wie der CO₂-Preis zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt wird, welche Sparmaßnahmen wirklich wirken – und was Heizungsgesetz und Förderung 2026 für Eigentümer bedeuten.
Preise 2026 je Energieträger
| Energieträger | Preis 2026 (Haushalt, inkl. CO₂, MwSt.) | je kWh Wärme (Wirkungsgrad) | Entwicklung |
|---|---|---|---|
| Erdgas, Bestandskunde | 11,6 ct/kWh | ≈ 12,8 ct (90 %) | Grundversorgung 13,6 · Neukunde 9,1 – seit dem Frühjahr wieder steigend |
| Heizöl | ≈ 1,15 – 1,30 € je Liter (≈ 11,5 – 13 ct/kWh) | ≈ 13 – 14,5 ct (88 %) | folgt dem Ölpreis – im September 2026 hoch (Brent ≈ 95 $) |
| Fernwärme | ≈ 12 – 18 ct/kWh | gleich (keine Verluste im Haus) | Preisgleitklauseln, regional 9 bis 25 ct |
| Wärmepumpe (Strom, WP-Tarif) | ≈ 22 – 28 ct/kWh Strom | ≈ 7 – 9 ct (JAZ 3,0 – 3,5) | Netzentgelte gesunken, § 14a-Rabatt |
| Pellets | ≈ 350 – 400 € je Tonne (≈ 7,5 – 8,5 ct/kWh) | ≈ 9 – 10 ct (85 %) | stabil |
| Nachtspeicher (Strom) | ≈ 28 – 35 ct/kWh | gleich | teuerste Heizung |
„Die Gasspeicherumlage wird ab 2026 aus dem Bundeshaushalt finanziert. […] Die Lieferanten sind verpflichtet, gegenüber ihren Kunden den Gaspreis mit Wirkung zum 1. Januar 2026 entsprechend zu verringern.“
Bundesnetzagentur, Verbraucherportal, zu § 35g EnWG – zuletzt 0,289 ct/kWh, bei 20.000 kWh knapp 58 € im Jahr
Was Heizen 2026 kostet
| Wohnung / Haus | Wärmebedarf (Heizung + Warmwasser) | Gas (11,6 ct, 90 %) | Öl (12,5 ct, 88 %) | Fernwärme (15 ct) | Wärmepumpe (25 ct, JAZ 3,2) |
|---|---|---|---|---|---|
| 70 m² Wohnung, saniert (80 kWh/m²) | 5.600 kWh | 720 € | 795 € | 840 € | 440 € |
| 70 m² Altbau (150 kWh/m²) | 10.500 kWh | 1.355 € | 1.490 € | 1.575 € | 820 € |
| 120 m² Haus, Bestand (130 kWh/m²) | 15.600 kWh | 2.010 € | 2.215 € | 2.340 € | 1.220 € |
| 150 m² Haus, unsaniert (200 kWh/m²) | 30.000 kWh | 3.865 € | 4.260 € | 4.500 € | 2.345 € |
Reine Energiekosten ohne Grundpreis, Wartung und Schornsteinfeger (zusammen 150 bis 400 € im Jahr). Die Spanne zwischen saniertem und unsaniertem Gebäude ist größer als die zwischen den Energieträgern – die Dämmung entscheidet mehr als der Brennstoff. Was die Abrechnung des Vermieters enthalten muss und wo Kürzungsrechte bestehen, steht im Ratgeber Nebenkostenabrechnung prüfen.

CO₂-Preis: 2026 versteigert, zwischen Mieter und Vermieter geteilt
Seit 2021 gilt ein CO₂-Preis auf Öl und Gas (25 → 30 → 30 → 45 → 55 € je Tonne); 2026 endet der Festpreis, die Zertifikate werden mit einem Preiskorridor von 55 bis 65 € versteigert, ab 2027 geht das System in den europäischen Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS 2) über – mit offenem Preis, den Fachleute zwischen 60 und 150 € je Tonne erwarten. Je Tonne CO₂ entsprechen 10 € rund 0,2 ct je kWh Gas und 0,27 ct je kWh Öl; bei 15.600 kWh Wärme aus Gas und 60 € je Tonne sind das rund 200 € im Jahr. Für Mieter teilt das CO₂-Kostenaufteilungsgesetz die Summe nach der Effizienz des Gebäudes: In der schlechtesten Stufe (über 52 kg CO₂ je m² und Jahr) trägt der Vermieter 95 %, in der besten (unter 12 kg) der Mieter alles; ein typischer Gas-Altbau mit 35 kg liegt bei 50 : 50. Die Stufe muss in der Heizkostenabrechnung stehen. Eigentümer tragen den CO₂-Preis selbst – und den Anstieg ab 2027.
Was wirklich spart
| Maßnahme (120 m² Haus, Gas, 2.010 €) | Ersparnis/Jahr | Kosten | Amortisation |
|---|---|---|---|
| Raumtemperatur 1 °C senken (21 → 20 °C) | ≈ 6 % ≈ 120 € | 0 € | sofort |
| Hydraulischer Abgleich + Heizkurve absenken | ≈ 10 – 15 % ≈ 250 € | 600 – 1.200 € (15 % BEG-Zuschuss) | 3 – 5 Jahre |
| Programmierbare / smarte Thermostate | ≈ 8 % ≈ 160 € | 200 – 400 € | 2 Jahre |
| Kellerdecke und oberste Geschossdecke dämmen | ≈ 10 – 15 % ≈ 250 € | 3.000 – 6.000 € | 12 – 20 Jahre |
| Fenster, Fassade, Dach (Vollsanierung) | ≈ 40 – 60 % | 50.000 – 100.000 € | > 25 Jahre – nur mit Förderung und bei Sanierungsbedarf |
| Wärmepumpe statt Gas (JAZ 3,2) | ≈ 790 € (+ kein CO₂-Preis) | 25.000 – 35.000 €, Förderung 30 – 70 % | 8 – 15 Jahre |
| Anbieterwechsel Gas (13,6 → 9,5 ct) | ≈ 700 € | 0 € | sofort |
Die Reihenfolge ist keine Rangliste, sondern eine Abfolge: erst kostenlose Maßnahmen und Anbieterwechsel, dann Regelung (Abgleich, Thermostate), dann Dämmung dort, wo sie billig ist, und die Heizung erst, wenn die alte am Ende ist. Wer Gas bezieht, wechselt den Anbieter wie beim Strom – die Schritte stehen im Beitrag Strompreis 2026.

Heizungsgesetz und Förderung 2026 (Eigentümer)
Das Gebäudeenergiegesetz verlangt für neue Heizungen 65 % erneuerbare Energie – in Neubaugebieten seit 2024, im Bestand ab Vorliegen der kommunalen Wärmeplanung (Großstädte bis Mitte 2026, kleinere Kommunen bis Mitte 2028). Bestehende Gas- und Ölheizungen dürfen weiterlaufen und repariert werden; die Bundesregierung hat 2025/2026 eine Novelle angekündigt, die die Vorgaben technologieoffener fassen soll – bis sie im Bundesgesetzblatt steht, gilt das bestehende Gesetz. Die Förderung (BEG, über KfW 458) bleibt: 30 % Grundförderung für Wärmepumpe, Pellets, Solarthermie, Fernwärmeanschluss; +20 % Geschwindigkeitsbonus für den Austausch alter Öl-/Gasheizungen (bis Ende 2028 in voller Höhe); +30 % Einkommensbonus bei zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis 40.000 €; +5 % für natürliche Kältemittel – zusammen maximal 70 % auf förderfähige Kosten bis 30.000 € (Einfamilienhaus). Eine 30.000-€-Wärmepumpe kostet nach 55 % Förderung 13.500 € und spart rund 800 bis 1.000 € im Jahr. Der KfW-Ergänzungskredit (bis 120.000 €, Zinsvergünstigung bei Einkommen bis 90.000 €) finanziert den Rest – die Rate rechnet der Ratgeber Kreditrate berechnen.
Kurz gesagt
Gas 2026: 11 bis 12 ct als Bestandskunde, 9 bis 10 als Neukunde – der Wechsel aus der Grundversorgung spart einem Haus rund 700 €. Der CO₂-Preis (55 bis 65 €/t, ab 2027 im ETS 2) wird für Mieter nach Gebäudeklasse geteilt. Die Dämmung entscheidet mehr als der Brennstoff; eine Wärmepumpe mit JAZ über 3 heizt bei 25 ct Strom günstiger als Gas – mit Förderung bis 70 %.
