Super E10 kostete am 2. September 2026 im Tagesschnitt 2,215 € – ein neues Allzeithoch, über dem Rekord vom März 2022. Diesel liegt bei rund 2,23 €, in der Spitze im April bei 2,45 €. Seit Beginn des Krieges im Nahen Osten Ende Februar ist Tanken damit rund 50 Cent je Liter teurer als 2025 (Jahresschnitt E10: 1,69 €). Wer 15.000 km im Jahr fährt, zahlt dafür 500 bis 600 € mehr. Dieser Beitrag zeigt die Formel für Spritkosten je 100 km, je Kilometer und je Fahrt, Tabellen von 4 bis 10 Litern Verbrauch, die Preisregel seit dem „Österreich-Modell“ (nur noch eine Erhöhung am Tag, um 12 Uhr), was E5, E10, Diesel und Autogas je Kilometer kosten, wie man den echten Verbrauch misst – und die Fahrweise, die 10 bis 20 % spart.
Die Formel
Kosten je 100 km = Verbrauch (l/100 km) × Literpreis. 6,5 l × 2,18 € = 14,17 € je 100 km, also 14,2 Cent je Kilometer. Für eine Fahrt: Kilometer ÷ 100 × Kosten je 100 km – 380 km nach Hamburg kosten 53,85 €. Für das Jahr: Jahreskilometer ÷ 100 × 14,17 € – 15.000 km kosten 2.126 €. Beim E-Auto gilt dieselbe Formel mit kWh: 17 kWh × 0,37 € = 6,29 € je 100 km an der heimischen Steckdose, 17 × 0,59 € = 10,03 € an der öffentlichen Schnellladesäule.
Tabelle: Spritkosten je 100 km (September 2026)
| Verbrauch | E10 (2,18 €) | E5 (2,23 €) | Diesel (2,23 €) | Autogas LPG (1,05 €) | Jahr 15.000 km (E10 / Diesel) |
|---|---|---|---|---|---|
| 4,0 l | 8,72 € | 8,92 € | 8,92 € | – | 1.308 € / 1.338 € |
| 5,0 l | 10,90 € | 11,15 € | 11,15 € | – | 1.635 € / 1.673 € |
| 6,0 l | 13,08 € | 13,38 € | 13,38 € | – | 1.962 € / 2.007 € |
| 7,0 l | 15,26 € | 15,61 € | 15,61 € | – | 2.289 € / 2.342 € |
| 8,0 l | 17,44 € | 17,84 € | 17,84 € | – | 2.616 € / 2.676 € |
| 10,0 l | 21,80 € | 22,30 € | 22,30 € | – | 3.270 € / 3.345 € |
| Autogas 9,0 l (≙ 7 l Benzin) | – | – | – | 9,45 € | 1.418 € |
| E-Auto 17 kWh (zu Hause 37 ct) | 6,29 € | 944 € | |||
Die Tabelle zeigt, warum der Verbrauch mehr wiegt als die Tankstellenwahl: Ein Liter weniger je 100 km spart 327 € im Jahr – mehr als 10 Cent Preisunterschied an der Zapfsäule (150 € bei 1.000 Litern). Beides zusammen, Verbrauch senken und günstig tanken, bringt einem Durchschnittsfahrer 400 bis 600 € im Jahr. Was das Auto insgesamt kostet, zeigt der Ratgeber Autokosten pro Monat.
Am 2. September 2026 lag Super E10 im bundesweiten Tagesschnitt bei 2,215 € je Liter – erstmals über dem Rekord vom März 2022 (2,203 €).
nach Angaben des ADAC, Kraftstoffpreisentwicklung September 2026

Seit April 2026: eine Preiserhöhung am Tag
Nach dem Preissprung im März hat die Bundesregierung zum 1. April 2026 das „Österreich-Modell“ eingeführt: Tankstellen dürfen die Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen, senken jederzeit. Das verändert die Tageskurve: Vormittags fallen die Preise, kurz vor 12 Uhr ist Tanken am günstigsten, um 12 Uhr springt der Preis – oft um mehr als 10 Cent –, danach bröckelt er bis zum Abend um 70 bis 80 % des Sprungs ab. Die Regel: vor 12 Uhr oder nach 18 Uhr tanken, nie zwischen 12 und 15 Uhr. Die Markttransparenzstelle (MTS-K) liefert die Preise in Echtzeit an Apps wie ADAC Spritpreise, clever-tanken oder Google Maps – ein Blick vor dem Losfahren spart 5 bis 10 Cent. Der zeitweise Tankrabatt des Frühjahrs ist ausgelaufen; die Energiesteuer liegt wieder bei 65,45 ct (Benzin) bzw. 47,04 ct (Diesel) je Liter, dazu CO₂-Preis (2026: rund 14 bis 16 ct) und 19 % Mehrwertsteuer – über die Hälfte des Literpreises ist Staat.
E5, E10, Diesel, Super Plus: Was je Kilometer zählt
- E10 statt E5: 4 bis 6 Cent billiger, Mehrverbrauch durch geringeren Energiegehalt real 1 bis 2 % – E10 gewinnt, sofern das Fahrzeug freigegeben ist (fast alle ab 2011, Liste der DAT).
- Super Plus (98/100): 10 bis 15 Cent teurer, Vorteil nur bei Motoren, die es vorschreiben; bei allen anderen verpufft die Oktanzahl.
- Diesel: 2026 teurer als E10 – das „Dieselprivileg“ an der Zapfsäule ist verschwunden, dafür bleibt der Verbrauchsvorteil (rund 20 % weniger Liter); ab etwa 15.000 km rechnet sich Diesel trotz höherer Kfz-Steuer, wie der Beitrag Diesel vs. Benziner vorrechnet.
- Autogas: halber Literpreis bei 30 % Mehrverbrauch – 40 % günstiger je Kilometer; Umrüstung 2.000 bis 3.000 €, Steuervorteil bis Ende 2022 ausgelaufen, aber Preis weiterhin niedrig. Nur mit dichtem Tankstellennetz sinnvoll.
- Grenztanken: Polen und Tschechien liegen 2026 rund 30 bis 40 Cent, Österreich 10 bis 20 Cent unter dem deutschen Niveau – bei 50 Litern 15 bis 20 € Ersparnis, lohnt bis etwa 30 km Umweg.
Den echten Verbrauch messen
Der Bordcomputer schönt um 3 bis 8 %. Die zuverlässige Methode: Volltanken bis zum ersten Abschalten, Kilometerstand notieren, nach 500 bis 1.000 km erneut volltanken: Liter ÷ Kilometer × 100. Drei Tankfüllungen mitteln. Apps wie Spritmonitor sammeln die Werte tausender Fahrer je Modell – der WLTP-Normverbrauch liegt real meist 15 bis 25 % darunter, bei Plug-in-Hybriden ohne regelmäßiges Laden um 200 bis 300 %.

Fahrweise: die 10 bis 20 %
| Maßnahme | Wirkung auf den Verbrauch | bei 15.000 km, 6,5 l, E10 |
|---|---|---|
| Vorausschauend fahren, früh hochschalten, Motorbremse | −10 bis −15 % | 210 – 320 € |
| Autobahn 120 statt 150 km/h | −20 bis −30 % auf diesen Strecken | 150 – 300 € (bei 40 % Autobahnanteil) |
| Reifendruck +0,2 bis +0,3 bar über Norm | −2 bis −3 % | 40 – 65 € |
| Dachbox / Fahrradträger abnehmen | −10 bis −20 % mit Box | 50 – 150 € (je nach Nutzung) |
| Ballast (50 kg) und Klimaanlage bewusst nutzen | −1 bis −5 % | 20 – 100 € |
| Kurzstrecken unter 3 km vermeiden (kalter Motor) | −5 % im Stadtbetrieb | 50 – 100 € |
Zusammen realistisch 15 bis 20 % – bei 2.126 € im Jahr rund 320 bis 425 €. Wer zusätzlich die Uhrzeit beachtet und eine Preis-App nutzt, spart weitere 100 bis 150 €. Ob sich der Umstieg auf ein E-Auto lohnt, bei dem die „Spritkosten“ auf 6 € je 100 km fallen, rechnet der Beitrag E-Auto oder Verbrenner 2026 vor; die Pendlerpauschale erstattet über die Steuer nur einen Teil – siehe Pendlerpauschale 2026.
