E-Auto oder Verbrenner 2026: Vollkosten über sechs Jahre, Ladekosten je Ladeart, ab wann sich Elektro rechnet

Sechs Euro statt 14 je 100 km – und trotzdem nicht automatisch billiger. Unter welchen drei Bedingungen das E-Auto 2026 gewinnt.

Bei 2,18 € je Liter Benzin und 37 Cent je Kilowattstunde Haushaltsstrom kostet die Energie für 100 Kilometer im Verbrenner rund 14 €, im E-Auto an der eigenen Wallbox rund 6 €. Trotzdem ist das Elektroauto nicht automatisch billiger: Der höhere Kaufpreis und der stärkere Wertverlust fressen den Vorteil bei wenig Fahrleistung auf, und wer nur öffentlich lädt, zahlt 55 bis 79 Cent je kWh. Dieser Beitrag rechnet Kompakt-E-Auto und Kompakt-Benziner über sechs Jahre bei 10.000, 15.000 und 25.000 km durch, zeigt die Ladekosten je Ladeart, die steuerlichen Vorteile 2026 (Kfz-Steuer bis 2035, Dienstwagen 0,25 %), THG-Quote und Wallbox-Kosten – und nennt die drei Bedingungen, unter denen das E-Auto 2026 gewinnt.

Energiekosten je 100 km (September 2026)

Antrieb / Ladeart Verbrauch Preis je 100 km 15.000 km/Jahr
Benziner Kompakt 6,5 l E10 2,18 € 14,17 € 2.126 €
Diesel Kompakt 5,2 l 2,23 € 11,60 € 1.740 €
E-Auto, Wallbox zu Hause (Haushaltsstrom) 17 kWh (inkl. Ladeverluste ≈ 19) 0,37 € 7,03 € 1.055 €
E-Auto, Wallbox mit Autostromtarif / § 14a 19 kWh 0,27 € 5,13 € 770 €
E-Auto, eigene PV-Anlage (Eigenverbrauch) 19 kWh ≈ 0,10 € (entgangene Einspeisung) 1,90 € 285 € (im Sommerhalbjahr)
E-Auto, öffentlich AC (11 kW) 18 kWh 0,45 – 0,59 € 8,10 – 10,60 € 1.215 – 1.590 €
E-Auto, Schnelllader DC 18 kWh 0,59 – 0,79 € 10,60 – 14,20 € 1.590 – 2.130 €

Die Spanne beim E-Auto ist größer als beim Verbrenner: Wer zu Hause mit Autostromtarif lädt, fährt für ein Drittel der Benzinkosten; wer ausschließlich am Schnelllader lädt, zahlt so viel wie mit Benzin. Die Formel und die Spartricks beim Tanken erklärt der Beitrag Spritkosten berechnen; die Stromtarife für Wallbox-Besitzer der Beitrag Strompreis 2026.

„Für Elektrofahrzeuge […] wird die Steuer für die Dauer von zehn Jahren ab dem Tag der erstmaligen Zulassung, längstens jedoch bis zum 31. Dezember 2035, nicht erhoben.“

§ 3d Kraftfahrzeugsteuergesetz (sinngemäß) – Erstzulassung bis 31. Dezember 2030

Vollkosten über sechs Jahre

Kompaktklasse, Neuwagen, 6 Jahre E-Auto (40.000 €) Benziner (32.000 €)
Wertverlust (E: 62 %, Benziner: 55 %) 24.800 € (345 €/M) 17.600 € (245 €/M)
Energie bei 15.000 km/Jahr (80 % zu Hause 37 ct, 20 % öffentlich 59 ct) 7.075 € (98 €/M) 12.755 € (177 €/M)
Versicherung (Vollkasko) 5.700 € (79 €/M) 5.100 € (71 €/M)
Kfz-Steuer 0 € 720 € (10 €/M)
Werkstatt, Reifen (E: weniger Verschleiß, teurere Reifen) 3.300 € (46 €/M) 5.400 € (75 €/M)
Sonstiges (HU, Ladekarten-Grundgebühr, Parken) 2.100 € (29 €/M) 2.100 € (29 €/M)
THG-Quote (2026 ≈ 50 €/Jahr) – 300 €
Wallbox inkl. Installation (einmalig, ohne Förderung) 1.500 €
Summe 6 Jahre 44.175 € (614 €/M) 43.675 € (607 €/M)

Bei 15.000 km mit überwiegend Heimladung liegen beide praktisch gleichauf – der Energievorteil von rund 950 € im Jahr plus 420 € aus Steuer, Werkstatt und THG wird durch 1.200 € mehr Wertverlust und die Wallbox aufgezehrt. Die Rechnung kippt mit der Fahrleistung: Bei 10.000 km ist der Benziner rund 400 € im Jahr günstiger, bei 25.000 km das E-Auto rund 700 € im Jahr. Und sie kippt mit dem Strompreis: Mit Autostromtarif (27 ct) gewinnt das E-Auto ab rund 14.000 km, mit Haushaltsstrom ab rund 16.000, mit reiner Schnellladung nie. Die Vollkostenlogik – warum der Wertverlust dominiert – erklärt der Ratgeber Autokosten pro Monat.

E-Auto gegen Benziner Vollkosten 6 Jahre Kompaktklasse 2026: bei 10.000 km Benziner 400 Euro pro Jahr günstiger, bei 15.000 km gleichauf 614 zu 607 Euro monatlich, bei 25.000 km E-Auto 700 Euro pro Jahr günstiger – Heimladung 80 Prozent
Der Break-even liegt 2026 bei rund 16.000 km mit Haushaltsstrom, 14.000 km mit Autostromtarif – ohne Wallbox nirgends.

Die Vorteile, die nicht in der Tabelle stehen

  • Dienstwagen: 0,25 % statt 1 % des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil (bis 100.000 € Listenpreis, Anschaffung ab 2025) – bei 45.000 € Listenpreis 112,50 € statt 450 € im Monat zu versteuern; bei 35 % Grenzsteuersatz rund 120 € netto im Monat Unterschied. Laden beim Arbeitgeber ist steuerfrei, die Ladepauschale für private Lademöglichkeit 30 € (mit Arbeitgeber-Lademöglichkeit) bzw. 70 € (ohne) im Monat steuerfrei. Der Brutto-Netto-Rechner zeigt die Wirkung des geldwerten Vorteils.
  • Kfz-Steuer: null bis Ende 2035 bei Erstzulassung bis 2030 – beim Kompakt-Benziner 100 bis 150 € im Jahr, beim SUV 300 €; Details im Beitrag Kfz-Steuer Elektroauto.
  • THG-Quote: jährlich verkaufbar, 2026 nach dem Preisverfall nur noch rund 30 bis 80 € – kein Argument mehr, aber Geld.
  • Sonderabschreibung für Unternehmen: 75 % im Anschaffungsjahr für E-Firmenwagen (Anschaffung 2025 bis 2027).
  • Förderprogramm 2026: Die Bundesregierung hat eine Kaufförderung für Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen angekündigt; Bedingungen und Start sollte man beim Kauf beim BAFA prüfen – in der Tabelle oben ist keine Förderung eingerechnet.

Wallbox und Laden zu Hause

Eine 11-kW-Wallbox kostet 500 bis 1.200 €, die Installation 500 bis 1.500 € (Leitung vom Zählerschrank, ggf. Zählerplatz); Mieter haben seit 2020 einen Anspruch auf Zustimmung des Vermieters (§ 554 BGB) und tragen die Kosten. Wer die Wallbox als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG anmeldet, bekommt reduzierte Netzentgelte (pauschal 110 bis 190 € im Jahr oder 60 % Rabatt auf den Arbeitspreis des Netzentgelts) – gegen das Recht des Netzbetreibers, in Engpässen auf 4,2 kW zu drosseln, was beim Laden über Nacht nicht stört. Mit Smart Meter und dynamischem Tarif lädt das Auto in Stunden mit Börsenpreisen von 0 bis 10 ct – im Sommer 2026 an vielen Mittagen. Dafür braucht es ein intelligentes Messsystem (Einbau auf Antrag, max. 30 € im Jahr).

Ladekosten je 100 km 2026: PV-Eigenstrom 1,90 Euro, Autostromtarif 5,13 Euro, Haushaltsstrom 7,03 Euro, öffentlich AC 8 bis 11 Euro, Schnelllader DC 11 bis 14 Euro, Benziner 14,17 Euro, Diesel 11,60 Euro
Zwischen PV-Strom und Schnelllader liegt der Faktor sieben – die Ladeart entscheidet über den Kostenvorteil.

Gebrauchte E-Autos: der Wertverlust arbeitet für den Käufer

Der hohe Wertverlust der Erstbesitzer macht drei Jahre alte E-Autos 2026 zu den günstigsten Gebrauchten ihrer Klasse: Kompakt-E-Autos mit 40.000 km gibt es für 40 bis 50 % des Neupreises, der Akku hält nach Herstellerangaben 8 Jahre / 160.000 km mit mindestens 70 % Kapazität, real meist deutlich besser. Ein 18.000-€-Gebrauchter mit 5.000 € Wertverlust im Jahr, 1.055 € Strom, 600 € Versicherung, 450 € Werkstatt und 0 € Steuer kostet rund 590 € im Monat bei 15.000 km – und schlägt den vergleichbaren Gebraucht-Benziner (rund 620 €) ab etwa 12.000 km. Ein Batteriecheck (SoH-Zertifikat, 50 bis 150 €) vor dem Kauf ist Pflicht.

Drei Bedingungen, unter denen das E-Auto 2026 gewinnt

  1. Eigene Lademöglichkeit – Wallbox, Autostromtarif oder PV. Ohne sie kein Kostenvorteil.
  2. Mindestens 12.000 bis 15.000 km im Jahr – darunter frisst der Wertverlust den Energievorteil.
  3. Dienstwagen, Gebrauchtwagen oder lange Haltedauer – die 0,25-%-Regel, der Preisabschlag beim Gebrauchten oder acht statt sechs Jahre Nutzung verteilen den Kaufpreis.

Wer alle drei erfüllt, spart 2026 rund 700 bis 2.000 € im Jahr; wer keine erfüllt, fährt mit einem sparsamen Gebraucht-Benziner günstiger. Die Grundregeln für die Versicherung – beim E-Auto oft mit Akku-Deckung – stehen im Beitrag Versicherungs-Check 2026.

Andreas Wolter
Andreas Wolter

Schreibt auf Nettoradar über Haushalt & Kosten – mit den amtlichen Werten des Jahres und nachrechenbaren Beispielen.

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